alternativ-leben

Das Wasserklosett - WC = Water Closet

ToiletteDie heute wohl weltweit bekannteste Variante des "stillen Örtchens" ist sicherlich die, bei der die Hinterlassenschaften durch Wasser weggespült werden. Schon auf der sichtbaren Seite des Systems, also der Toilette selbst, gibt es verschiedene Varianten, aber eines ist allen gemein: Urin und Kot werden durch Wasser abtransportiert. Natürlich kommt es in diesem Bereich zu mehr oder weniger unangenehmer Geruchsbelästigung, denn Gerüche werden nun mal durch Feuchtigkeit erheblich verstärkt. Diesen Gerüchen geht man in erster Linie mit der chemischen Keule an den Kragen und zwar umso heftiger, je zivilisierter man sein möchte. Auf die Idee, diese Gerüche gar nicht erst entstehen zu lassen, kommt kaum jemand und wenn doch, muß er sich natürlich diverse Hetztiraden anhören, warum das so, wie er/sie es machen will, gar nicht funktionieren kann.

Der für den Benutzer unsichbare Bereich ist dann noch viel trauriger anzuschauen. Wenn das Abwasser, wie in vielen Entwicklungsländern üblich, von einigen wenigen Toiletten in einen gesunden Bach oder noch besser einfach auf ein Feld geleitet wird, ist noch fast alles in Ordnung. Natürlich muß man sich auch hier fragen, warum denn der Umweg gewählt wurde. Fakt ist aber, daß der gesunde Bach innerhalb weniger Meter Fließstrecke die wertvollen Substanzen am Ufer abgelagert hat und es dort grünt und blüht. Endet das Rohr auf einem Feld und kann vielleicht alle paar Tage an eine andere Stelle gelegt werden, ist es sogar noch besser. Nun hat der Besitzer des Feldes auch gleich den wertvollen Dünger dort, wo er hingehört.

Die Probleme beginnen aber in den Ballungsräumen. Eine Kleinstadt an einem gesunden Fluß, mag da noch mit gutem Gewissen "einleiten" können. Einen Fluß, der eine Millionenstadt überlebt, gibt es aber nirgends auf der Erde.

Wir haben es hier also mit zwei Problemen zu tun, die sich aufschaukeln. Der Kunde möchte seine Fäkalien möglichst schnell und unauffällig beseitigt haben und der "Dienstleister" steht vor einem logistischen Problem, das er mit Wasser zumindest in seinem Zuständigkeitsbereich am einfachsten lösen kann. Wie man aber schon dem Wort "beseitigen" entnehmen kann, ist das Problem so nicht zu lösen, sondern nur auf die Seite zu schieben. Irgendwer wird es schon irgendwann mal lösen (müssen).

In Ballungsräumen kommt noch ein weiteres großes Problem hinzu. Die gewaltigen Mengen an Arzneimitteln, die gerade in Industrieländern konsumiert werden, landen natürlich auf diese Weise ebenfalls im Wasser. Aber solange wir noch Friedhöfe nutzen und die extrem hoch belasteten menschlichen Überreste im Erdreich verscharren, brauchen wir uns um diesen Kreislauf keine Gedanken machen, denn die Pillen, die Oma und Opa eingeworfen haben, landen garantiert auf dem Speiseplan der Enkel.

KlaeranlageMit Kläranlagen wird nun versucht, den vermeintlichen Schmutz aus dem Wasser zu entfernen, um das Wasser schließlich wieder als Transportmittel einsetzen zu können. Leider wird hier neben den ganzen bunten Pillen, die wirklich besser niemals hergestellt worden wären, auch alle wertvollen Substanzen dem natürlichen Kreislauf entzogen und meist an einen Ort verbracht, der damit gar nichts anfangen kann - das Meer. Aber auch hier können wir wieder getrost unser Tischgebet sprechen, denn wir müssen nicht nur Fisch essen, um wieder in den Genuß der vielen bunten Pillen zu kommen...

Es gibt einen Ausweg, aber gehen muß ihn jeder selbst - die Trockentoilette.

Zurück zur Übersicht

Ideenecke

Warum anders leben, als die meisten?

Es gibt tausende von Gründen

Hier ist sie, die Ideenecke

Produkt-Tests

Die meisten unserer Gebrauchsgüter sind kurzlebig und irreparabel.

Wegwerfen statt reparieren ist "in"

Wir testen Produkte nach ganz anderen Kriterien

Mach mit !

Du hast Erfahrungen, Ideen oder selbst etwas getestet?

Hier ist Deine Plattform zum
Mitreden und Mitmachen.

Warte nicht auf Wunder ...
sei selbst das Wunder!