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Solarstrom - sauberer Strom aus der Sonne?

Strom aus Solarelementen wird gern als saubere, erneuerbare Energie gepriesen und gerade in Deutschland sehr profitabel vermarktet. Schaut man einmal hinter die Kulissen, ist wie immer nicht alles Gold was glänzt.

Um aus Sonnenlicht elektrische Energie zu gewinnen, wird bei den industriell gefertigten Solarelementen zu fast 100% auf Silizium gesetzt. Der ökologische Rucksack, den ein solches Solarpaneel mit sich herumschleppt, ist schon recht imposant. Das es auch anders gehen würde, hat schon vor vielen Jahren Prof. Michael Grätzel mit seinen gleichnamigen Farbstoffzellen bewiesen. Leider sind die zur Herstellung benötigten Materialien so billig und der Nachbau zumindest im kleinen Umfang so einfach, daß man damit kein Geschäft machen kann.

Wir wollten es trotzdem wissen und testeten die Stromerzeugung mit einem 12 Volt 80 Watt Paneel und Autobatterien. Nach mittlerweile vier Jahren Betrieb in Mecklenburg, können wir über das in unserer Nähe errichtete Solarkraftwerk nur den Kopf schütteln.

Eine recht einfache Rechnung:
Unser Paneel hat 80,- Euro gekostet - ein durchaus auch heute noch günstiger Preis.
Eine kWh kostet bei Prokon (erneuerbare Energie) ca. 0,30€.
Um nur den reinen Anschaffungspreis des Paneels zu amortisieren, müßte es also ca. 270 kWh liefern. Dazu wären 3375 Stunden mit 100%iter Sonneneinstrahlung erforderlich. Wir bringen es hier in der Region in schlechten Jahren mal gerade auf 770 Stunden Sonnenschein, in hervorragenden Jahren schon mal auf 2670 Stunden.

Nur weiß niemand so genau, wann welches Jahr ist. Wir hatten z.B. in einem Jahr sechs volle Wochen hintereinander im Januar und Februar keinen einzigen Strahl Sonne. Energieausbeute des Solarpaneels 0,0 kWh. Da hilft es auch nichts, wenn man 100 Stück auf dem Dach hat, die dann 0,01% der Nennleistung liefern. Gerade in den Monaten November bis März reicht der selbst produzierte Strom nicht einmal zum mehrstündigen Betrieb eines recht sparsamen Notebooks aus.
Rechnet man nun noch hinzu, daß man den Strom vielleicht nicht gleich bei der Entstehung verbrauchen möchte, kommen zwei weitere Faktoren in die jetzt schon vernichtende Bilanz, nämlich die Batterien und der Verlust durch die Speicherung.

Fazit:
Den Strombedarf ausschließlich über Solarenergie zu decken ist zumindest in Norddeutschland absolut illusorisch, es sei denn, man macht das Leben vollständig vom Vorhandensein des Stromes abhängig, was ja keiner von uns will, nicht mal wir "Alternativen". Selbst wenn man noch Windenergie hinzunimmt, sieht die Bilanz nicht viel besser aus, denn es gibt hier viele Nebeltage im Winter - und da regt sich kein Lüftchen.
Selbst die professionelle Nutzung der Solarenergie ist hier nicht nur ein ökologisches Desaster, sondern auch ein ökonomisches, gäbe es da nicht die leckeren Fördergelder...
Solarenergie macht nur dort wirklich Sinn, wo mit viel Sonnenschein gerechnet werden kann und die Verbraucher sich nach dem Vorhandensein des Stromes richten. Immer wenn Speicherung nötig wird, wird es problematisch.

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